Versicherungsnehmer erhält 7.000 € Nachschlag – LG Kiel verurteilt Versicherung zur Zahlung

Erfreuliche Nachrichten für alle Kunden von Lebens- und Rentenversicherungen: Das Landgericht Kiel hat zeitgleich mit dem Bundesgerichtshof – wir berichteten – entschieden, dass sich Versicherte bei einer Kündigung Ihrer Lebensversicherung nicht mit dem von der Versicherung angebotenen Rückkaufswert zufrieden geben müssen (Urteil des Landgerichts Kiel vom 07.05.2014, 5 O 138/13).

Der klagende Versicherungsnehmer hatte im Jahr 2002 eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Im Jahr 2012 erklärte er den Widerspruch des Versicherungsvertrages. Die Versicherung weigerte sich zunächst, den Widerspruch anzuerkennen und wollte den Versicherungsnehmer mit dem Rückkaufswert ruhig stellen – erfolglos wie sich nun zeigt. Für diesen Versicherten hat sich der Gang vor die Gerichte jedenfalls gelohnt. Das Landgericht Kiel schrieb der Versicherung ins Stammbuch, dass diese nicht ordnungsgemäß über das Widerspruchsrecht belehrt hat und verurteilte sie zu einer Zahlung. So erhält der Versicherungsnehmer zusätzlich zu dem ursprünglich angebotenen Rückkaufswert einen Nachschlag von ca. 7.000 €.

Es ist erfreulich zu sehen, dass auch die Landgerichte erkannt haben, dass den Versicherten ein Nachschlag auf den Rückkaufswert zusteht“ erklärt Rechtsanwalt Fink von mzs – Rechtsanwälte. Rechtsanwalt Fink weiter: „Das Urteil des Landgerichts Kiel bestätigt unsere Auffassung, nach der sich eine Kündigung der Versicherung nicht lohnt. Ein Widerspruch ist für die Kunden deutlich lukrativer. Lebens- oder Rentenversicherungsverträge zu kündigen statt zu widersprechen, heißt, den Versicherungen Geld zu schenken. Ein nachträglicher Widerspruch ist auch bei bereits gekündigten Versicherungsverträgen ratsam.“